GESCHICHTE DER
STADT FÜRSTENFELD

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Die Frontstadt - Türken, Pest und Feuersnot

Die osmanischen Türken waren in den habsburgischen Ländern mehr als andere Gegner gefürchtet. Die Andersartigkeit ihres Aussehens, ihrer Ausrüstung und Kampftaktik, vor allem aber die sprichwörtliche orientalische Grausamkeit haben dies bewirkt. Als daher nach einer Periode relativer Ruhe, die mit dem Frieden von Zsitvartorok 1606 begonnen hatte, der Sultan wegen Differenzen in Siebenbürgen wieder zum Kriege rief und ein großes Heer aufstellte, musste auch Kaiser Leopold I. etwas unternehmen. Es gelang ihm zu seinen erbländischen Regimentern und den ungarischen und kroatischen Aufgeboten auch eine Reichsarmee mit Truppen aus den deutschen Landkreisen und sogar ein französisches Korps zu verpflichten. Dieses Koalitionsheer, dessen Oberbefehl der kaiserliche Feldmarschall Graf B. Montecuccoli innehatte, brachte dem türkischen Heer, das von Großwesir Achmed Köprülü geführt wurde, bei Mogersdorf am 1. August 1664 empfindliche Verluste bei. Sie bewogen Köprülü wieder abzuziehen, wodurch die Steiermark verschont blieb.

Fürstenfeld war als Frontstadt in das bewegte Geschehen stark eingebunden und hatte mit Einquartierungen vonTruppen und der Versorgung von Verwundeten und Kranken schwer zu kämpfen. Auch der Oberbefehlshaber der Reichsarmee, Reichsfeldmarschall Markgraf Leopold Wilhelm von Baden, sowie der Kommandant des Deutschen Allianzkorps, Generalleutnant Graf Wolfgang J. Hohenlohe-Gleichen, beide während der Schlacht von einem "hitzigen Fieber" befallen, begaben sich danach für mehrere Tage nach Fürstenfeld, ums sich dort auskurieren zu lassen. Eine Beschwerde des Magistrats, dass die vielen Verwundeten und Kranken nicht mehr versorgt werden könnten, führte dazu, dass 150 von ihnen nach Hartberg verlegt wurden. Eine besondere Rolle spielte die Stadt auch als Auffanglager für die aus der Schlacht geflüchteten Soldaten. Da von diesen die Horrormeldung verbreitet wurde, dass der Feind die Schlacht gewonnen habe und unverzüglich auf Graz vorrücke, geriet die Bevölkerung in eine Angstpsychose. Sie verbreitete sich bis Graz und veranlasste dort mehrere Adelige zur Flucht. Als am 3. August die Siegesmeldung eintraf, wollte man sie vorerst nicht glauben.

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