Die Garnisonsstadt -
Kuruzzenkrieg und barocke Erneuerung
Die Unzufriedenheit ungarischer Magnaten mit der
Religionspolitik Kaiser Leopolds I. und dem nach der Schlacht von Mogersdorf geschlossenen
Frieden von Eisenburg (Vasvár), führte zu einer Verschwörung. Diese konnte zwar bald
niedergeschlagen werden, doch erhob sich wenig später eine weitere Protestbewegung, die
in Emmerich Thököly einen energischen Führer hatte. Die Aufständischen nannten sich
Kuruzzen in Erinnerung an das rebellische Bauernheer Georg Dózsa's von 1514, erhielten
die Unterstützung Frankreichs und es gelang ihnen, Oberungarn in ihre Gewalt zu bekommen.
1683 fielen sie auch in die nördliche Oststeiermark ein und stellten sich bei der
Belagerung von Wien im selben Jahr auf die Seite der Türken. Nach dem glorreichen Sieg
der kaiserlichen Truppen schwand ihr Einfluss und als sie in offener Feldschlacht 1684
schwer geschlagen wurden, brach der Aufstand zusammen. Doch erhoben sich die Ungarn 1703
ein drittesmal, als der Kaiser im Kampf um die spanische Erbfolge im Westen zwei Heere
einsetzen musste. Haupt des Aufstandes war diesmal Fürst Franz II. Ránóczi, der von
Frankreich wieder kräftig unterstützt wurde. Im Jänner 1704 erfolgte der erste Einfall
in die Untersteiermark, im Juli erlitten die Regimenter der steirischen Landmiliz eine
vernichtende Niederlage, worauf große Einbrüche in die Oststeiermark folgten. Der
Kuruzzenführer Alexander Káróly versuchte von Fürstenfeld eine Brandschatzung zu
erpressen, wie er es schon mit Burgau getan hatte. Doch konnte man ihn solange hinhalten,
bis Hilfe gekommen war. Die große Gefahr erkennend, wurden im folgenden nicht nur in der
Steiermark sondern auch in Niederösterreich und Wien Grenzwälle errichtet, um die
Rebellentruppen am Eindringen zu hindern. 1706 lag der kaiserliche General Hannibal
Heister mit ca. 1000 Mann in Fürstenfeld, um von hier aus die Kuruzzen in Westungarn zu
bekämpfen. Dennoch fielen sie in den folgenden Jahren immer wieder in die Oststeiermark
ein und verheerten und plünderten das Land. Erst im September 1709, nach einem
erfolgreichen Feldzug Feldmarschall Siegbert Heisters, Bruder des vorigen, endeten ihre
kriegerischen Aktivitäten. Der Friede von Szathmár 1711 besiegelte das Ende der
furchtbaren Schreckensjahre, von denen noch der volkstümliche Fluch
"Kruzitürken" (Kuruzzen und Türken) Kunde gibt. |
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